Wirtschaftsförderung veröffentlicht Studie zur City-Logistik

Die Wirtschaftsförderung leistet durch die Studie „Intracity E-Mobility“ (ICEM) einen eigenen Beitrag zu klimaneutraler Logistik.

Wirtschaftsförderung Hamm stellt ICEM-Studie in Berlin vor: (v.l.) Frank Panse, Berliner Agentur für Elektromobilität, Dr. Karl-Georg Steffens, Wirtschaftsförderung Hamm, Carsten Lantzerath-Flesch, Wirtschaftsförderung Hamm, Christian Liebich, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Kristin Heller, Deutsches Dialoginstitut, und Peter Wüstnienhaus, DLR Projektträger. Copyright: Zarle

City-Logistik gewinnt in den hochverdichteten urbanen Räumen zunehmend an Bedeutung. Gefragt sind insbesondere klimaneutrale Lösungen für die Anlieferung; dies gilt um so mehr angesichts der aktuellen Klimaschutzdebatte. Die Wirtschaftsförderung Hamm hat mit der von ihr in Auftrag gegebenen Studie „Intracity E-Mobility“ (ICEM)  einen eigenen Beitrag dazu veröffentlicht. Das Buch hat Wirtschaftsförderer Dr. Karl-Georg Steffens  am Dienstag in Berlin beim Abschluss des iHub-Projekts „Klimaneutrale Logistik - (un)möglich?“ einem Fachpublikum vorgestellt.

Das Berliner Projekt „iHub“ zeigt neue Wege für klimaneutrale Stückgut-Logistik auf, die durch den Einsatz von elektrisch angetriebenen Lkw möglich wird. Projektpartner waren DB Schenker, FRAMO (Hersteller von Elektro-Lkw), das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme Dresden, das Institut für postfossile Logistik in Münster sowie das Softwarehouse PTV aus Karlsruhe. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat „iHub“ gefördert.

Auch die WFH verfolgt das Ziel, Güter in Hamm künftig möglichst klimaneutral zu transportieren, dies  vor allem auf der letzten Meile. Die ICEM-Studie, die die SRH Hochschule Hamm in ihrem Auftrag erstellt hatte, kommt zu der Erkenntnis, dass bis zu 60 Prozent der täglichen Paketfrachten in einem 2,5-Kilometer-Radius in der Innenstadt aufgrund von Größe und Gewicht auf elektromobile Kleinfahrzeuge wie zum Beispiel Lastenfahrräder umgeladen und mit ihnen ausgeliefert werden können.

Über die Veröffentlichung der Studie hinaus verfolgt die WFH nun das Ziel, einen Praxistest zu starten. Zurzeit werden Projektpartner und  Projektmittel akquiriert. Die Studie liefert das Basiswissen. Dort wird dargestellt, wie groß die Umschlagzentren sein müssen, aus denen die komplette Hammer Innenstadt lautlos und emissionsfrei beliefert werden kann. Die Lieferverkehre auf der letzten Meile werden dann entweder mit elektrisch angetriebenen Lastenrädern oder mit Elektro-Lkw organisiert.

"Wir servieren Lösungen für eine stärker werdende Problematik. Denn unsere Ergebnisse sind leicht auf andere urbane Räume zu übertragen und werden zu einer Fundierung der öffentlichen Diskussion über moderne City-Logistik-Konzepte führen", sagte Dr. Steffens in Berlin. "Bei der Beauftragung und Durchführung der Studie haben wir von Beginn an viel Wert auf die Umsetzbarkeit der Forschungsergebnisse gelegt. Wir wollten einen hohen Praxisbezug.", sagte Steffens. "Daher orientieren sich die Studienergebnisse an den örtlichen Gegebenheiten der Stadt Hamm."

Die Studie bietet einen szenarienbasierten Ansatz zur Abschätzung der Kosten und der nötigen Infrastruktur, um einen zumindest teilweisen Umstieg der städtischen Lieferverkehre auf Elektromobilität in Hamm zu realisieren. Eine Reduzierung des CO2-Austoß im Straßenverkehr ist möglich, eine Reduzierung der Lärmemissionen ebenso

In dem Berliner Projekt iHub konnte unter Führung des Logistikdienstleisters DB Schenker für Fahrzeuge der Größenklassen 5,5 t, 12 t und 18 t nachgewiesen werden, dass die Elektromobilität für die letzte Meile der Logistik keine technischen Nachteile bringt. Die E-Lkw konnten einen Großteil der vorher mit Diesel-Lkw befahrenen Touren durchführen. In dem Projekt wurde zudem eine Software entwickelt, die es ermöglicht, elektrische Lkw in die Lieferflotten einer Spedition zu integrieren. Die Software entscheidet anhand der Batteriedaten dynamisch, ob der E-Lkw eingesetzt werden kann, oder ob doch noch der Diesel-Lkw genommen werden muss. So wird in der Stückgut-Logistik ein fließender Übergang in die Elektromobilität möglich.