Innovationszentrum direkter Nachbar der HSHL

Schnittstelle für Wissenstransfer von der Hochschule in die heimische Wirtschaft

Auf dem Weg zu einem vitalen Technologie- und Wissenschaftsstandort kommt die Stadt Hamm erneut einen großen Schritt voran. In direkter Nachbarschaft zur Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) wird jetzt das  Innovationszentrum Hamm (IZH) errichtet. Im Kern geht es darum, den noch jungen Hochschulstandort zu stärken und ein Bindeglied zwischen Hochschulen und den vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen in Hamm und der Region zu schaffen.

„Hochschulen haben eine enorme Bedeutung für das Start-up-Ökosystem einer Region“, sagte Wirtschafts- und Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart heute bei der Grundsteinlegung.  „Die enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Hamm: Das Innovationszentrum wird wissens- und technologieorientierte Gründungen unterstützen und innovativen Start-ups sowie kleinen und mittleren Unternehmen die Möglichkeit geben, ihre Ideen weiterzuentwickeln. Jungen, kreativen Menschen wird hier die Gelegenheit gegeben, ihre Visionen am Hochschulstandort zu verwirklichen, echte Innovationen zu entwickeln und so Nordrhein-Westfalen voranzubringen.“

Das Innovationszentrum wird auf rund 3.500 Quadratmetern Platz für den Austausch der besten Ideen bieten, an denen künftig Studierende und Wissenschaftler der HSHL und Beteiligte der Hammer Unternehmen gemeinsam arbeiten werden. Der Kostenrahmen liegt bei etwa 12,5 Millionen Euro bei einer Landesförderung in Höhe von 8,75 Millionen Euro. Die voraussichtliche Fertigstellung des Gebäudes  ist im Frühjahr 2021.

„Jetzt können wir realisieren, was wir immer gefordert haben: Dass unsere Hochschulen nicht nur kluge Köpfe verlassen, sondern dass die Ideen der Studentinnen und Studenten in die Hammer Unternehmen transportiert werden und umgekehrt“, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. Auch etablierte Hammer Unternehmen könnten und sollten unmittelbar vom Wissensvorsprung profitieren.

„In erster Linie soll das neue Innovationszentrum der Ort sein, an dem junge Existenzgründer oder solche, die es werden möchten, ausprobieren können, ob sich ihre Erfindungen und Geschäftsideen praktisch umsetzen lassen“, sagte Wirtschaftsförderer Dr. Karl-Georg Steffens, der zugleich Geschäftsführer des IZH ist.  Für dieses Ziel werde die modernste Infrastruktur zur Verfügung gestellt.

Im Innovationszentrum wird es ein S1-Labor geben, in dem biochemische und medizinische Untersuchungen durchgeführt werden; außerdem ein Technikum, in dem prototypische Fertigungsstraßen aufgebaut und Produkte getestet werden können. „Auch Unternehmen können sich hier einmieten“, so Steffens.

„Jetzt wird der Turbo gezündet“, sagte der heimische Landtagsabgeordnete Marc Herter, der sich für den Neubau des Innovationszentrums in Düsseldorf ins Zeug gelegt hatte. Für die Start-up-Szene ist auch die unmittelbare Nachbarschaft zum Fraunhofer Anwendungszentrum SYMILA und dem VR-Labor (Virtual Reality) der HSHL besonders interessant. „Unternehmensgründer finden im Innovationszentrum bestmögliche Bedingungen für die Vorbereitung, Umsetzung und Weiterentwicklung ihrer Geschäftsideen und zur Markterschließung vor“, so Herter weiter.

Das Innovationszentrum hat noch einiges mehr zu bieten: Beispielsweise einen Multifunktionsraum, der für bis  zu 199 Personen ausgelegt ist sowie Co-Working-Spaces  für Unternehmensgründer. Hier können sie tage- oder monatsweise einen Schreibtisch anmieten und die Infrastruktur nutzen. Auch ein so genanntes Living-Lab wird angeboten: Hier werden fertige Produkte auf Anwendbarkeit getestet. Das technisch Mögliche wird hier auf den praktischen Nutzen in der Anwendung gecheckt. Wie nah ein solches Living Lab die tatsächlichen Bedürfnisse von Produktionsbetrieben trifft, zeigt das Interesse eines Leuchtenherstellers in der Region, der hier in Zukunft seine neuen Produkte unter Echtbedingungen testen will. Dazu werden reale Räume aufgebaut: Denkbar ist alles, vom Wohnzimmer über eine Werkstatt bis zum hochmodernen Operationssaal.