ideenwerk

#erfinden_konstruieren_programmieren in der einstigen Maschinenbauschmiede Banning. Gute Nachrichten für naturwissenschaftlich interessierte Schüler, Studierende und Auszubildende in Hamm

v.l. Tobias Preußner, Veronika Gorschlüter, Dr. Karl-Georg Steffens, Werner Nimmert und Jens Kneißel

Im Frühjahr 2019 bekommen sie einen neuen Treffpunkt, das „ideenwerk“.  In der alten Verwaltungszentrale der einst traditionsreichen Maschinenbauschmiede Banning an der Banningstraße 15 entsteht ein neuer Ort der Begegnung, des Austausches und des Ausprobierens, der auch für Unternehmer in Hamm interessant ist.

Das zdi-Zentrum der Wirtschaftsförderung Hamm wird diesen außerschulischen Lernort mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) ausstatten. Angeschafft werden unter anderem 3D-Drucker, Lasercutter und weitere Maschinen und Werkzeuge, mit denen die jungen Leute ihre eigenen, kreativen Ideen verwirklichen zu können. Dazu müssen sie zunächst lernen, diese Maschinen zu bedienen. In Workshops und Kursen wird der Umgang mit den handwerklich-technischen und digitalen Technologien vermittelt. Auch das Programmieren gehört dazu: Woher sonst soll ein 3-D-Drucker wissen, ob er eine Comicfigur oder ein Ersatzteil für eine Maschine ausdrucken soll?

„Wir sind sehr froh darüber, dass wir dieses  innovative und für jedermann offene Angebot in Hamm schaffen können“, sagte Wirtschaftsförderer Dr. Karl-Georg Steffens. „Wir wollen das Interesse  an Naturwissenschaften, Technik und Mathematik so früh wie möglich wecken und fördern.“ Was im ideenwerk beginnt, werde Jahre später für manchen Hammer sicher zu einer handfesten, beruflichen Perspektive führen. Die Angebote der Hammer Hochschulen, des Anwendungszentrums des Fraunhofer Instituts sowie des Innovationszentrums, das im nächsten Jahr errichtet wird, nehmen genau diese Themen auf. „Der rege fachübergreifende Austausch in der lockeren Atmosphäre des Fablabs führt auf natürliche Weise zu einem interdisziplinären Umfeld, in dem künftige MINT-Fachkräfte heranwachsen“, sagte Veronika Gorschlüter, Projektleiterin von der Wirtschaftsförderung.

Das ideenwerk wird unter das Dach des gemeinnützigen Vereins FabLab Hamm-Westfalen e.V. ziehen. Der im September unter dem Vorsitz von Jens Kneißel gegründete, gemeinnützige Verein hat seinen Sitz ebenfalls in der ehemaligen Maschinenfabrik Banning. „Wir sind dankbar dafür, dass wir schon in der Startphase durch das ideenwerk Jugendliche gezielt einbeziehen können und dem naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchs von Anfang an ein hochinteressantes, vielseitiges Angebot machen können, so Jens Kneißel. 

Auch Werner Nimmert, Geschäftsführer von Nibotec, der das alte Banning-Gelände von der Stadt gepachtet hat, ist begeistert von der neuen Einrichtung in seinem Gebäude. „Als international tätiges Unternehmen der Fertigungstechnik an einem traditionellen Industriestandort begrüßen wir es sehr, dass ein Lernort geschaffen wird, der einen direkten Zugang zum naturwissenschaftlich-technischen Umfeld ermöglicht und technikaffinen Jugendlichen Raum für die Entwicklung und Erprobung ihrer Ideen gibt.“ Das sei aus unternehmerischer Sicht auch  im Hinblick auf die Gewinnung von Fachkräften „zukunftsweisend“. Er werde gerne auch betriebliches Knowhow für technische Entwicklungen einräumen. „Experten und auch Auszubildende aus unserem Betrieb können den Jugendlichen im ideenwerk bei Bedarf gerne Hilfestellungen geben“, so Nimmert. Auch Material und Werkzeuge werde Nibotec einbringen.

 

FabLabs sind offene Werkstätten mit klassisch handwerklich-technischer Ausstattung und digitalen Technologien und es gibt sie bereits in vielen Städten Europas. Sie sind Treffpunkte für alle MINT-Interessierten und eine Drehscheibe für den Austausch zwischen den verschiedensten Akteuren wie Hochschulen, Unternehmen, Schulen, Berufskollegs und Institutionen. Durch den regen interdisziplinären Austausch von handwerklichem und technischem Knowhow, und die Möglichkeit digitale Werkzeuge und Verfahren einzusetzen, werden technische Innovationen möglich gemacht.

Zukunft durch Innovation.NRW (kurz: zdi) ist eine Gemeinschaftsoffensive zur Förderung des naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchses in Nordrhein-Westfalen. Im ganzen Land verteilt gibt es inzwischen mehr als 40 zdi-Netzwerke und mehr als 60 zdi-Schülerlabore. Hinzu kommen zahlreiche weitere Einrichtungen, die zdi-Aktivitäten umsetzen.

Das zdi-Zentrum Hamm koordiniert die Arbeit der zdi-Partner vor Ort. Es ist die erste Anlaufstelle für alle, die an der frühzeitigen Förderung der technischen und naturwissenschaftlichen Talente unserer Kinder und Jugendlichen interessiert sind. Träger des zdi-Zentrums Hamm ist die Wirtschaftsförderung Hamm.

 

Ansprechpartner:
Veronika Gorschlüter
Veronika.Gorschlueter(at)wf-hamm.de