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Jugend und Berufsausbildung
Drohender, in vielen Bereichen bereits bestehender Fachkräftemangel auf der einen Seite und fehlende Ausbildungsplätze sowie mangelnde Ausbildungsreife sind Stichworte, die zurzeit den Ausbildungsmarkt kennzeichnen. Daher setzt das Arbeitsministerium NRW fast 50% der zur Verfügung stehenden ESF-Mittel dafür ein, Instrumente zur Schaffung neuer Ausbildungsplätze und zur Erhöhung der Ausbildungseignung/-reife bereit zu stellen. Dabei steht im Vordergrund der Gedanke, möglichst für alle Jugendlichen entsprechend ihren Voraussetzungen Chancen auf dem Ausbildungsmarkt zu entwickeln.
Werkstattjahr
Vor dem Hintergrund fehlender Ausbildungsreife bei vielen SchulabgängerInnen ergänzt das Programm Werkstattjahr NRW (WJ) seit 2005 das Spektrum der Berufsvorbereitung. Es richtet sich an die Jugendlichen, deren schulische Voraussetzungen den Abschluss nach Klasse 9 nicht überschreiten bzw. an AbgängerInnen der Förderschulen.
Durch Erwerb fachpraktischer Erfahrungen und Schlüsselqualifikationen in Werkstätten ausgewählter Träger entstehen für die o.g. Zielgruppe neue Chancen, eine in Ausbildung mündende Perspektive zu entwickeln.
In Hamm stehen TN-Plätze in den Werkstätten der beteiligten Träger Kolping, TÜV-Nord, AWO, Ausbildungszentrum der Bauindustrie, sowie im Haus der Pflege Ahlen zur Verfügung.
Die örtliche Bedarfsabstimmung und Umsetzungsbegleitung erfolgt in von der Regionalagentur moderierten Runden aller beteiligten Akteure.
Kooperative Ausbildung an Kohlestandorten
Der Name ist Programm: ausschließlich den ehemaligen Bergbaustandorten, darunter Hamm, steht dieses Programm zur Verfügung, um die durch Zechenschließungen entfallenden Ausbildungsplätze durch ein Angebot an anderer Stelle abzufedern. Insgesamt über 80 zusätzliche Ausbildungsplätze sind seit 2008 für Hamm und den Kreis Unna entstanden.
Träger der zunächst außerbetrieblichen Ausbildung ist der TÜV-Nord (in Nachfolge der RAG-Bildung). Hier können die Auszubildenden das erste Jahr ihrer Ausbildung ableisten. Ziel ist es, die Auszubildenden letztendlich in betriebliche Ausbildung überzuleiten. Dies ist jederzeit möglich. Vorteil des übernehmenden Unternehmens: Er übernimmt einen motivierten und vorqualifizierten Auszubildenden in seiner bereits „produktiven“ Phase. Der Träger hält „anonymisierte Steckbriefe“ der Auszubildenden für interessierte Unternehmen bereit
Für Fragen zur Übernahme steht die Regionalagentur oder der TÜV-Nord, Standort Bergkamen, zur Verfügung
Verbundausbildung
Für kleine und mittlere Unternehmen, die z.B. aufgrund von Spezialisierung nicht alle Ausbildungsinhalte allein vermitteln können, bietet sich die Möglichkeit, mit einem oder mehreren Partnerbetrieben zusammen, gemeinsam einen Jugendlichen auszubilden. Neben Betrieben kann der Verbundpartner kann auch ein Bildungsträger sein. Das nordrhein-westfälische Arbeitsministerium unterstützt die Bereitstellung von betrieblichen Ausbildungsplätzen im Verbundmodell einmalig mit 50 % der zuwendungsfähigen Ausgaben bis zu einem Höchstbetrag von 4.500 € je Ausbildungsplatz. (Merkblatt zur Ausbildung im Verbund).
Interessierte Unternehmen können sich mit der Regionalagentur oder mit dem Bildungsträger Bildungszentrum Westfalen in Verbindung setzen, der auch als Verbundpartner zur Verfügung steht.
Aktionsplan Altenpflege
Zur Behebung des (drohenden) Fachkräftemangels in der Pflege haben sich das Arbeitsministerium, die Regionaldirektion der Agentur für Arbeit und die Spitzen der kommunalen Träger auf den sog. Aktionsplan Altenpflege NRW verständigt. Es sollen bis zu 1000 zusätzliche Ausbildungsplätze im dreijährigen Ausbildungsgang der Altenpflege geschaffen werden, die sich aus Bildungsgutscheinen der Agentur für Arbeit, der ARGEn und der zugelassenen kommunalen Träger finanzieren. Bei Nichtleistungsempfängern beteiligt sich das Land aus ESF-Mitteln an der Ausbildungsvergütung.
Die Regionalagentur unterstützt diesen Prozess durch gezielte Informationen an die Leistungsträger, Altenpflegseminare und Altenpflegeeinrichtungen sowie durch die Organisation und Durchführung von Berufsinformationstagen, Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen.
In der Region mit ihrem Fokus auf die Gesundheitsbranche wird darüber hinaus das Arbeitsfeld der Altenpflege über das Thema Ausbildung hinaus unterstützt. Insbesondere wird die Potentialberatung als geeignetes Instrument gesehen, mit dem Prozesse angestoßen werden können, die letztendlich eine Verbesserung des Images und damit die Attraktivität des Berufsfeldes erhöht werden kann.
